Erkrankung der Brust während der Stillzeit

Brustdrüsenschwellung

Die Brustdrüsenschwellung wird durch eine verstärkte Durchblutung und Schwellung der Venen und Lymphbahnen der Brust verursacht © SENTELLO

 

1. Was ist eine Brustdrüsenschwellung?

Die Brustdrüsenschwellung wird durch eine verstärkte Durchblutung und Schwellung der Venen und Lymphbahnen der Brust verursacht. Die Brustdrüsen werden stärker durchblutet, Blut und Lymphe fließen vermehrt ein, vergrößern die Brust und durch den ungehinderten Anstieg des Prolaktins wird Milch gebildet.

Ein starkes Anschwellen der Brust mit Rötung, Wärmegefühl und Berührungsempfindlichkeit gehören zum Milcheinschuss. Dieser entsteht durch die vermehrte Durchblutung und zusätzliche Lymphflüssigkeit in der Brust, nicht weil diese übermäßig mit Milch gefüllt ist. Die Brustdrüsenschwellung verstärkt sich kontinuierlich bis zu einem Höhepunkt zwischen dem dritten und sechsten Tag, danach nimmt sie ab.

 

2. Mögliche Symptome bei einer Brustdrüsenschwellung:

  • Anschwellen und Empfindlichkeit

  • Wärmeausstrahlung

  • Rötung

  • Pulsieren

  • Schmerzempfindlichkeit

  • Geringes Fieber

  • Flachwerden der Brustwarze

Zu einer verstärkten initialen Brustdrüsenschwellung kommt es bei unzureichender Entleerung der Alveolen, z.B. durch zu seltene (8 - 12) Stillmahlzeiten in den ersten Tagen. Manchmal schwellen die Brüste an und können schmerzen und stark gespannt sein. Die Brustdrüsenschwellung kann bei einer Frau und dabei wiederum sogar von Kind zu Kind unterschiedlich verlaufen.

Ein unregelmäßiges Anlegen des Kindes könnte zu einer Überfüllung der Brust mit Milch führen und den Blutkreislauf verlangsamen. Fließen Blut und Lymphe langsam durch die Brüste, kann Flüssigkeit aus den Blutbahnen in das Brustgewebe eine Schwellung verursachen. Durch diese Schwellung wird die Brust oft empfindlich und warm. Die Haut ist dann meist  gespannt und glänzend.

Eine Brustdrüsenschwellung kann auf den Brustwarzenhof begrenzt sein, nur den Brustkörper umfassen (periphere Schwellung) oder die gesamte Brust betreffen. Manchmal ist die Brustdrüsenschwellung nur auf eine Brust beschränkt, manchmal betrifft sie beide Brüste, abhängig vom Stillverhalten des Babys.

Um mögliche Komplikationen wie wunden Brustwarzen oder  Fütterungsproblemen, und eine damit verbundene, langsame Gewichtszunahme (z.B. weil das Baby die Brustwarze nicht gut fassen kann) vorzubeugen, sollte eine Brustdrüsenschwellung sofort behandelt werden.

 

3. Behandlung einer Brustdrüsenschwellung

Mindestens alle eineinhalb bis zwei Stunden wird die Brust entleert, um eine weitere Ansammlung von Milch zu verhindern. Je häufiger das Kind gestillt wird, desto schneller sollte die Schwellung auch wieder abnehmen.

Falls das Kind nicht lange genug trinken will, um beide Brüste zu entlasten und weicher zu machen, ist es ratsam, nach dem Stillen Milch von Hand auszustreichen oder Milch abzupumpen.

 

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Quellen:
Harder, Ulrike & Friedrich, Jule (2014): Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause. Hippokrates Verlag.
Stiefel, Andrea & Geist, Christine & Harder, Ulrike (2013): Hebammenkunde. Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates Verlag. Stuttgart.
Mohrbacher, Nancy & Stock, Julie (1997): Handbuch für die Stillberatung. Stillende Mütter fachlich kompetent und einfühlsam begleiten. La Leche League International Verlag.