Entwicklung der Brust während der Schwangerschaft

Die Anatomie der weiblichen Brust

 
Die weibliche Brust besteht aus Binde-, Fett- und Brustdrüsengewebe sowie einer glatten Muskulatur. Die Brustdrüsen sind ein hormonabhängiges Organ, dessen Aufgabe die Milchbildung (Laktation) ist.

 

Anatomie der weiblichen Brust

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Die Entwicklung der Brust während der Schwangerschaft © bilderzwerg - Fotolia.com

 

Entwicklung der Brustdrüsen

Entwicklungsphase 1: Im Alter von 9 bis 13 Jahren beginnt die Entwicklung der Drüsenanlage. Das Hormon FSH (follikelstimulierendes Hormon) regt die Follikelbildung im Eierstock an. Auf diese Weise wird das Östrogen in den Follikeln gebildet, Östrogen wiederum ist verantwortlich für das Längenwachstum der Milchgänge.

Entwicklungsphase 2: In der zweiten Phase ist das Hormon Progesteron für das Wachstum der Drüsen verantwortlich. Etwa 1 ½ bis 2 Jahre nach Beginn der Menstruation ist das Wachstum der weiblichen Brustdrüsen abgeschlossen.

Die weibliche Brust gilt erst dann als voll entwickelt, wenn sie einmal Milch gebildet hat. Die Laktation bzw. die Milchbildung hängt nicht von der Größe der Brust ab. Sowohl Frauen mit großen als auch mit kleinen Brüsten haben ähnlich viele Milchdrüsen. Große Brüste enthalten vor allem mehr Fettgewebe.

 

Veränderung der Brustdrüsen

Abhängig vom weiblichen Zyklus und unterschiedlichen Lebensabschnitten (Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit und Wechseljahre) ändern sich Gewicht- und Form der Brust.

Sekretionsphase: In dieser Zyklusphase nach der Menstruation wird die Gebärmutterschleimhaut wieder aufgebaut. Das Hormon Progesteron bewirkt dann eine Wassereinlagerung und Gewebeauflockerung, weswegen es zu einer kurzfristigen Brustvergrößerung kommen kann.

Schwangerschaft: Aufgrund der hormonellen Umstellung wachsen die Brustdrüsen und die Brust wird größer. Das Binde- und Fettgewebe wird verdrängt, deshalb können an der Haut Striae (Dehnungsstreifen) entstehen. Am Anfang der Schwangerschaft können die Brüste anschwellen und sehr empfindlich sein. Nach Beendigung des Stillens wird ein großer Teil des milchbildenden Gewebes durch Bindegewebe ersetzt.

In den Wechseljahren verkleinern sich die Brustdrüsen, Binde- und Fettgewebe bilden sich zurück. Damit geht meist eine Senkung der Brust einher und die Haut verliert an Elastizität.

 

Anatomie der Brustdrüse

Die Brustwarze (Mamille) befindet sich in der Mitte des Warzenhofs (Areola). Brustwarze und Areola sind rosa bis braun pigmentiert. In der Brustwarze befinden sich viele Nerven und ein angelegtes Muskelfasernetz, das in die Areola ausstrahlt.

Die Areola ist sehr empfindlich bei Berührung, so kann sich die Brustwarze leichter aufstellen. Viele Frauen beobachten in der Schwangerschaft, dass ihr Brustwarzenhof dunkler wird. Man vermutet, das geschieht, damit das Baby die Brustwarze schneller erkennt und den Weg zur Brust besser findet.

In die Areola münden die exokrinen Drüsen: Talg-, Schweiß- und Montgomery-Drüsen. Die Talgdrüsen sondern Fett ab, das die Haut beim Stillen schützt. Zudem geben die Drüsen Duft-und Lockstoffe ab, damit das Baby den Weg zur Brust findet. Der Duft ist vergleichbar mit dem Geruch des Fruchtwassers im Mutterleib.

 

Die Hauptbestandteile einer Brustdrüse sind:

     1) Brustdrüsengewebe

     2) Fettgewebe

     3) Bindegewebe

Das Brustdrüsengewebe wird vom Fettgewebe umschlossen und  steht mit diesem im Verhältnis 2:1.

In der Brust gibt es ein System von Lymphgefäßen, Blutgefäßen und Milchgängen. Die Anzahl der Milchgänge variiert von Frau zu Frau. Im Durchschnitt führen zwischen 4 und 20 Milchgänge zur Brustwarze.

Brustdrüsen-, Fett- und Bindegewebe sind bei jeder Frau unterschiedlich und bestimmen die Größe und die äußere Form.

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Größe der Brust und ob eine Frau stillen kann oder nicht.

Dies hat man  fälschlicherweise früher angenommen und es verunsichert einige Frauen noch heute. Es kommt jedoch ganz allein auf das Brustdrüsengewebe an, ob eine Frau stillen kann.

 

Wie kommt die Milchbildung in Gang?

Ab dem 4. bis zum 6. Schwangerschaftsmonat bilden die Drüsen eine kleine Menge Vormilch, das sog. Kolostrum (lat. Colostrum) Erst mit der Geburt der Plazenta kommt die Laktation (Milchbildung) richtig in Gang: Die Hormone Progesteron und Östrogen nehmen ab und das Hormon Prolaktin (Milchbildungshormon) kommt ins Spiel.

Östrogene und Progesteron beeinflussen den Aufbau der Brustdrüse während der Schwangerschaft.

Wenn das Baby geboren ist, schüttet die Mutter verstärkt das Hormon Prolaktin aus. Es fördert die Milchbildung in den Alveolen und bereitet die Brust für die Laktation vor. Hilfreich ist, das Baby bereits im Kreißsaal anzulegen, damit die Milchbildung zügig erfolgt. Aber keine Sorge: Die Milchbildung geschieht auch, wenn Sie Ihr Baby nicht sofort nach der Geburt anlegen, sondern erst zeitlich verzögert.

Wenn Sie Ihr Baby stillen, schüttet Ihr Gehirn die Hormone Oxytocin und Prolaktin aus. Das Hormon Prolaktin wird im Laufe der Stillzeit reduziert. Nach etwa drei bis vier Wochen erfolgt die Milchbildung nach dem Angebot- und Nachfrage-Prinzip. Das heißt, je öfter Sie stillen, desto mehr Muttermilch bilden Sie für Ihr Baby.

 

Die Aufrechterhaltung der Milchproduktion

Ihr Baby stimuliert durch das Saugen die Nervenenden im Warzenhof. Das steigert den Prolaktinspiegel. Die Nerven senden Informationen und Impulse an Ihr Gehirn, wodurch die Milch fließen kann. Es entsteht somit ein Kreislauf während des Stillens. Angebot und Nachfrage regeln Ihre Milchbildung.

Nach drei bis vier Wochen wird die Muttermilch nicht mehr automatisch gebildet, sondern hängt von der Nachfrage des Babys und dessen angeborenen Reflexen ab.

Korrektes Anlegen und Saugen sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Stillbeziehung.

 
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