Milchspendereflex anregen

Milchmangel: Tipps zur Anregung der Milchbildung

Tipps zur Anregung der Milchbildung. Bild: ©drubig-photo - Fotolia.com

In den ersten Wochen der Stillzeit sind viele Mütter beunruhigt und haben Angst, zu wenig Muttermilch bzw. eine geringe Milchproduktion zu haben. Die Milchbildung d.h. der Milchspendereflex, der kurz nach der Geburt einsetzt, hängt von vielen Faktoren ab.

Ein häufiger Grund für eine (vermeintlich) zu geringe Milchproduktion ist der Stress: z.B. wenn Sie das Baby nicht ständig bei sich haben, bei wunden und verletzten Brustwarzen oder wenn das Kind nicht richtig angelegt ist, etc.

Die Gesundheit der Mutter, die hormonelle Umstellung sowie Emotionen spielen hier eine sehr große Rolle. Nicht zuletzt ist Stillen ein „Learning by doing“-Prozess für Mutter und Kind und naturgemäß mit anfänglichen Unsicherheiten verbunden. Hierfür haben wir für Sie ein paar nützliche Tipps zur Anregung der Milchbildung zusammengefasst.

 

1. Milchbildung: Nachfrage bestimmt das Angebot

Die Milchproduktion hängt von der Häufigkeit und der Dauer der Stillmahlzeiten sowie von der Effektivität des Saugens ab. Ein Baby, das nach Bedarf gestillt wird, reguliert die Milchproduktion durch seine Nachfrage. Wenn es häufiger an der Brust trinkt, wird entsprechend auch mehr Milch produziert. Ein Kind trinkt die Brust praktisch nie leer.

 

2. Tipps zur leichten Anregung des Milchspendereflexes

 

2.1.) Stillen Sie häufiger

Stillen Sie Ihr Baby so oft und so lange es möchte. Die Nachfrage regelt das Angebot.

Je häufiger Sie stillen, desto höher ist der Prolaktinspiegel und desto mehr Milch wird gebildet.

Beim Stillen ist es ratsam, dem Baby beide Brüste anzubieten bzw. die Seiten zu wechseln. Eine Brust ist nie ganz leer, denn Milch wird ständig produziert. Deswegen ist die regelmäßige Entleerung der Brust für eine ausreichende Milchbildung entscheidend.

 

2.2.) Stilltee

Auf dem Markt gibt es verschiede Sorten von Stilltees, denen eine milchbildende Wirkung nachgesagt wird, wie Anis, Fenchel, Kümmel, Bockshornklee, Geißraute.

Diese Kräuter sollten die Milchproduktion bei geringer Laktation (Milchmangel) ankurbeln. Zwar gibt es bis jetzt keine bekannten negativen Effekte von Stilltees, da es bislang jedoch nicht viele wissenschaftliche Studien gibt, sollte man laut des internationalen Ärzteverbands „Academy of Breastfeeding“ den Placeboeffekt beim Stilltee nicht unterschätzen.

Info: Galaktagoga oder Galaktogene: Darunter werden Medikamente und pflanzliche Substanzen verstanden, von denen man annimmt, dass sie Beginn, Aufrechterhaltung oder Steigerung der Milchbildung positiv beeinflussen.

Es werden 2-3 Tassen Stilltee über den Tag verteilt, empfohlen. Man sollte es jedoch nicht übertreiben, um eine nachteilige Wirkung oder Blähungen zu vermeiden. 

 

2.3.) Wärmekissen

Legen Sie Wärmekissen und Kompressen auf die Brust oder lassen Sie sich von Ihrem Partner massieren.

 

2.4.) Massieren

Eine sanfte Massage unter der warmen Dusche entspannt die Brüste.

 

2.5.) Brustmassage - Stillreflexe vor dem Stillen oder Abpumpen auslösen

Stimulieren Sie Ihre Mamillen leicht durch sanftes Rollen zwischen den Fingern. So lässt sich der Milchspendereflex vor dem Stillen oder Abpumpen leichter auslösen.

 

2.6.) Ruhe & Entspannung für die Mutter

Entspannen Sie sich und stellen Sie sich vor, wie Sie das Baby stillen oder die Milch fließt. Wenn Sie vom Kind getrennt sind, kann ein Foto oder ein Kleidungsstück des Babys helfen.

 

2.7.) Flüssigkeitszufuhr

Stellen Sie sich ein warmes Getränk oder etwas zu trinken in Reichweite.

 

2.8.) Unterstützung & Hilfe

Stillen und Brustentleerung müssen gelernt werden. Deswegen ist viel Unterstützung von der Hebamme, dem Partner, der Stillberaterin und der Familie hilfreich. Haben Sie Geduld!

 

3. Milch mit elektrische Pumpe nach der Stillmahlzeit abpumpen

Um sich bei der Brustentleerung wohlzufühlen, schaffen Sie eine entspannte und gemütliche Atmosphäre. Die Verwendung eines Doppelpumpsets beim Entleeren der Brust mit elektrischer Pumpe regt die Milchbildung noch schneller und effizienter an als z.B. das Handausstreichen. Jede Brust sollte nach der Stillmahlzeit ca. 10 Minuten stimuliert werden.

 

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