Zu viel Muttermilch

Stillen bei starkem Milchspendereflex

Bei überaktivem Milchspendereflex kommt es oft zu Trinkproblemen. Bild: ©Kzenon - www.fotolia.com

Während die meisten Frauen zu Beginn der Stillzeit befürchten, sie hätten zu wenig Muttermilch und sich unsicher fühlen, ob Ihr Kind genug Milch erhält, gibt es auch einige, die unter zu viel Milch, d.h. unter einem überaktivem Milchspendereflex leiden. Dabei charakterisieren sich die Stillmahlzeiten durch Unruhe und Schluckstörungen des Kindes.

 

1. Überschießender Milchspendereflex

Häufig hängt ein Milchüberschuss mit einem überschießenden Milchspendereflex zusammen, was manchmal dazu führt, dass das Baby die Brust verweigert, unruhig trinkt oder sich verschluckt und Blähungen bekommt.

Man muss sich das so vorstellen: Wenn die Milch zu stark einschießt, bekommt das Baby zu viel auf einmal und schluckt dadurch auch zu viel Luft, was zu Blähungen führen kann. Dazu tritt manchmal noch grünlicher Stuhlgang auf.

 

2. Trinkprobleme bei überaktivem Milchspendereflex

Neigt die Brust dazu, eine Übermenge an Milch zu produzieren, kommt es häufig zu Trinkproblemen beim Kind. Wenn ihm die Milch zu stark in den Mund spritzt, fällt es ihm schwer, seinen Saug-Schlug-Atem-Rhythmus zu steuern.

Hier ist es besonders wichtig, das Baby lange genug an der Brust trinken zu lassen, damit es ausreichend Milch erhält, denn sonst kann es zu Blähungen kommen, das Baby weint, ist unzufrieden, nimmt nicht zu und scheidet einen wässrig grünlichen Stuhlgang aus.

Aus diesem Grund ist es ratsam, ihm bei jeder Stillmahlzeit nur eine Seite zu bieten. Das verringert die Milchmenge sanft und hilft dem Baby, ruhiger zu trinken. Wenn Ihr Baby häufige kleine Mahlzeiten braucht, legen Sie es innerhalb von 2-3 Stunden immer wieder an derselben Brustseite an, danach genauso lange an der anderen.

 

3. Maßnahmen und hilfreiche Tipps bei zu viel Milch

 

3.1) Stillen Sie auf dem Rücken liegend

Stillende Mütter mit einem überaktiven Milchspendereflex spüren diesen oft mehrere Male während der Stillmahlzeit, manchmal sogar schmerzhaft. Um den starken Milchspendereflex zu verringern, empfehlen Ärzte und Hebammen der Mutter auf dem Rücken liegend oder mit zurückgelehntem Oberkörper zu stillen -  gegen die Schwerkraft läuft die Milch nicht so stark.

Eine andere hilfreiche Stillposition ist z.B. die Football-Haltung (Rückenhaltung). Bei dieser Position ist es ratsam zu stillen, wenn das Kind schläfrig ist, da hier der Kopf des Kindes etwas erhöht liegt.

 

3.2) Stillen Sie Ihr Baby in Seitenlage

Viele Frauen mit überaktivem Milchfluss hatten auch gute Erfahrungen, wenn sie das Kind in Seitenlage stillten. So kann die überflüssige Milch leicht in eine untergelegte Windel ablaufen.

 

3.3) Regen Sie zuerst manuell den Milchspendereflex an

Fühlt sich die andere Brust übervoll an, regen Sie den Milchspendereflex manuell an: Streichen Sie vor dem Anlegen des Babys etwas Milch mit der Hand aus der Brust, um den Milchfluss zu verlangsamen. Damit lässt der Druck nach und die Milch schießt nicht mehr so heraus.

 

3.4) Salbeibonbons

Lutschen Sie nach Absprache mit einem Arzt oder der Hebamme Salbeibonbons oder trinken Sie Salbeitee (3-4 Tassen am Tag). Der Erfolg stellt sich erst nach ein paar Tagen ein.

 

3.5) Meiden Sie gegebenenfalls Milchpumpen

Achtung! Bei einer Übermenge an Milch ist generell eher vom Abpumpen der Muttermilch abzuraten, denn so bildet sich immer mehr Milch nach und die Milchproduktion steigt, was Sie schließlich vermeiden wollen.

 

3.6) Trinken Sie nach Bedarf

Weniger zu trinken, hilft Ihnen nicht, die Milchmenge zu verringern. Besser ist es, weiterhin nach Bedarf zu trinken, da die Milchproduktion nicht von der eingenommenen Flüssigkeitsmenge abhängig ist.

 

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Quellen:
Weigert, Vivian (2012): Babys erstes Jahr: Monat für Monat das Beste für Ihr Kind. GU Verlag.
Masaracchia, Regina (2015): Stillen ist bunt!: Stillen - Tragen - Schlafen. Der Ratgeber für eine sichere Mutter-Kind-Beziehung. Books on Demand. Books on demand.